König Otto Ödipus


Nachruf: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 22/13 vom 29.05.2013

Der Künstler und Lebensreformer Otto Muehl ist tot. Was bleibt von dem Wiener Aktionisten, der Bilder befreite und Menschen unterdrückte?

Im Herbst 1960, ich war 35 Jahre alt, begann der Umsturz in meinem Leben“, schreibt Otto Muehl in seiner 1977 erschienenen Autobiografie "Weg aus dem Sumpf“. "Ich legte ein Bild auf die Erde und wühlte einfach mit den Händen in den Farben herum. Ich fühlte plötzlich Emotionen in mir aufsteigen, die ich noch nicht kannte. Ich war zu einem kotschmierenden Baby regrediert.“

Aktion und Regression waren die bestimmenden Themen im Leben des am vergangenen Sonntag verstorbenen Künstlers Otto Muehl. Mit den frühen Materialbildern zerstörte er die zum modischen Klischee erstarrte Abstraktion der Nachkriegskunst, zerbrach den als einengend empfundenen Rahmen der Malerei. Damit nicht genug.

Der 1925 geborene Otto Muehl wuchs in Gols auf, sein Vater war Volksschullehrer. Nach dem Krieg studierte er in Wien Germanistik und Kunst, arbeitete als Pädagoge.

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