Kein Tee für Kommissar Maigret!

Feuilleton | Filmkritik: Joachim Schätz | aus FALTER 22/13 vom 29.05.2013

In "Die wilde Zeit“ beschäftigt sich Olivier Assayas einmal mehr mit dem Mai 1968 und seinen Spuren in der eigenen Biografie

Von der veralteten Ausdrucksweise Blaise Pascals soll man sich nicht täuschen lassen, sagt der Lehrer: Es gelte, die vorgelesenen Sentenzen in die Sprache der Gegenwart zu übertragen.

Wir befinden uns im Jahr 1971, und die Teenager im Klassenzimmer haben Dringenderes zu tun, als auf solche pädagogische Angebote einzusteigen. Dass Olivier Assayas (Jg. 1955) seinen autobiografischen Film "Die wilde Zeit“ mit einem Übersetzungsproblem beginnt, hat aber auch damit zu tun, dass er sich selbst an einem abarbeitet: Wie lässt sich ohne rückblickende Besserwisserei von Jugendlichen erzählen, die ihr Tun und Denken am Horizont der anstehenden Revolution ausrichteten? Was ist heute, abseits nostalgischer Verklärung, mit Diskussionen anzufangen, die mit heiligem Ernst um die Frage einer "revolutionären Filmsyntax“ kreisten?

"Assayas’ jüngstem Film gelingt es,


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