Kraliceks Festwochentagebuch  Notizen eines Festivalbesuchers auf der Suche nach dem Theaterglück (3)

So lang kommen wir heuer nimmermehr z’samm

Feuilleton | aus FALTER 22/13 vom 29.05.2013

Donnerstag, 23. Mai: Liebes Tagebuch! Heute steht im Volkstheater der längste Festwochenabend des Jahres auf dem Spielplan. "In Agonie“ dauert mehr als sechs Stunden, wird also erst nach Mitternacht zu Ende sein. Besucher, die mit der U-Bahn heimfahren wollen, macht das nervös. Ich wohne gleich ums Eck, kann also gelassen bleiben. Theoretisch könnte ich in den Pausen nach Hause gehen, mich frisch machen oder günstige Getränke zu mir nehmen. Mache ich aber eh nicht. Frisch bin ich sowieso (kleiner Scherz), und das Schremser Bier am Buffet ist auch ein Argument (kein Scherz).

Der lange Abend besteht aus drei Dramen des kroatischen Autors Miroslav Krleža (1893-1981), der eine echte Entdeckung ist. Seine Stücke kommen ganz konventionell daher, aber dann schlagen wie der Blitz Szenen von erstaunlicher Direktheit und exzessiver Gewalttätigkeit ein. Die Aufführung ist auch das Wien-Comeback des Regisseurs Martin Kušej, der schon einige Zeit nicht mehr hier inszeniert hat.

Der erste Teil,


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