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Feuilleton | aus FALTER 22/13 vom 29.05.2013

Novellen aus Deutschland bzw. der Schweiz

Die Krise, der Crash, das Platzen der Blase sind längst in der Literatur angekommen und liefern einen tollen Stoff. Entsprechend turbulent geht es auch im Debüt des Schweizer Philosophen Jonas Lüscher (Jg. 1974) zu, der seinen Protagonisten namens Preising in die tunesische Oase Tschub schickt, wobei ein schlimmer Unfall und die Nachrichten vom Sinkflug des Pfunds nicht das beste Omen für die Gesellschaft braungebrannter und gutbetuchter junger Londoner Banker-Bodys bereitstellt, die im Thousand and One Night Resort eine Hochzeit feiern. Mit der aparten Mutter des Bräutigams ist Preissing schnell auf einer Wellenlänge, mit ihrem Soziologengatten unternimmt er einen riskanten Ausflug, ehe der britische Staatsbankrott das präludierte Chaos endgültig auslöst. So witzig und treffend manche Beschreibungen und Beobachtungen sind, so unnötig umständlich ist diese Novelle konstruiert, in der am Ende noch einmal ordentlich auf den Putz gehauen


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