"Bei voller Fahrt einen Radwechsel vornehmen“

Stadtleben | Laborbesuch: Martina Powell | aus FALTER 22/13 vom 29.05.2013

Im Grätzllabor wird an einer neuen Gesellschaft gebastelt. Mit jeder Menge Lokalkolorit

Hoch über den Straßen der Leopoldstadt, im Dachgeschoß eines Gemeindebaus, sitzt Nikolai Ritter, 47, in seinem sehr hellen Atelier und nimmt sehr große Worte in den Mund: Selbstermächtigung, Antikapitalistmus, Verantwortung, Solidarität. Im Regal hinter ihm stehen Gläser mit eingelegtem Gemüse, daneben stapeln sich Aktenordner und Geschirr. Draußen am Balkon mit Blick über die Stadt entsteht derweil aus drei Besen, Alufolie und Klebeband eine provisorische Funkantenne - eines der neuesten Projekte aus der Werkstatt des Grätzllabors.

Hier im zweiten Bezirk mitten in Bobostan liegt das Zentrum einer Bürgerinitiative, die Schritt für Schritt die Gesellschaft verändern will. Am großen Holztisch, wo Ritter sitzt und laut über Alternativen zum Kapitalismus nachdenkt, wird normalerweise gebastelt, Gemüse eingeweckt, Marmelade gekocht und heftig debattiert.

Woher bekomme ich eigentlich meine Lebensmittel?


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige