Reine Kopfsache

Steiermark | Kopfarbeit: Tiz Schaffer | aus FALTER 22/13 vom 29.05.2013

Eine Ausstellung in der Kunsthalle Leoben steht im Zeichen des Totenschädels. Über den Reiz eines besonderen Gebeins

Eigentlich haben wir heutzutage einen durchaus hinterfragenswerten Umgang mit unseren sterblichen Überresten, demgemäß auch mit unserem Schädel. Nachdem uns das letzte Stündlein geschlagen hat, werden wir flugs unter die Erde verfrachtet - man nennt das dann pietätvoll Begräbnis. Dabei ließe sich mit dem menschlichen Schädel, gerade in Zeiten der Nachhaltigkeit, allerlei Sinnvolles anstellen. Die Neandertaler etwa verwendeten die Schädeldächer ihrer Artgenossen als Schalen für Speis und Trank, die Tibetaner bastelten sich im 19. Jahrhundert Schädeltrommeln, um ihre tantrischen Riten zu befeuern; und die Andamaner, ein südostasiatischer Stamm, trugen die Totenköpfe, manchmal auch die Unterkiefer ihrer Verstorbenen ganz einfach als Schmuck - oft kunstvoll mit Muscheln oder Perlen verziert.

Dass die Ausstellung "Faszination Schädel - Der Kult um den Kopf“ dieser


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