Kritik

Scharfer Senf: ein Wiener in Frankfurt

LEXIKON | PETER BLAU | aus FALTER 22/13 vom 29.05.2013

Wem bei der humoristischen Behandlung der Beziehung von Österreichern zu Deutschen sofort das Adjektiv "abgelutscht" einfällt, erinnere sich kurz an die bösen Scherzzuckerln unserer Kindheit. Die mit dem Senf-Kern, die gerade im abgelutschtesten Zustand für eine Überraschung gut waren. Damit wären wir beim Wahl-Frankfurter und Exil-Wiener Severin Groebner, der in seinem Solo "Servus Piefke" Eigentümlichkeiten der Deutschen mit originellen Erlebnisberichten und genüsslich ins Groteske fortgestrickten Alltäglichkeiten illustriert. Billige Klischees dienen ihm dabei höchstens als Ausgangspunkte für seine rücksichtslos selbstironischen und gescheit gewitzten Geschichten fernab jeglicher bilateralen Beißhemmung.

Kabarett Niedermair, Do 19.30


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