Festwochen Kritik

Hier regieren Emotionen: Verdis Oper in Reinkultur

LEXIKON | HR | aus FALTER 22/13 vom 29.05.2013

All' erta!" - "Seid wachsam!" sind die ersten Worte, die ein einsamer Anführer vor leeren Mauern an das Publikum richtet. Dann erst strömen die Mannen des Schoenberg-Chores wie in einem Comic in den Hof. Sie zittern sie samt ihren Lanzen, nachdem die schauerliche Geschichte der Familie Luna erzählt ist. Kurz darauf erscheint Leonora, der Graf, "Il Trovatore", später dann die Zigeuner mit der als Hexe verleumdeten Azucena. "Verdi treibt das Spiel mit den Opernklischees zu einem Punkt, wo der Verstand aufgibt und eine reine Gefühlslogik regiert", schreibt der Dramaturg der Inszenierung Jan Dvořák. Das ist es. Keine psychologische Deutung, sondern hinreißende szenische Tableaus für die Sänger an der Rampe. Ein Fest des Gesangs. Oper. Toll!

Theater an der Wien, Fr, Mo (zum letzten Mal) 19.30


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