Glosse Katastrophe

Hochwasser: wenn Politiker zu früh die Schuldfrage stellen

Falter & Meinung | Kurt W. Raller | aus FALTER 23/13 vom 05.06.2013

Bei Katastrophen macht politisches Hickhack oft Pause - außer in Österreich. Hier haben die Pegelstände noch nicht einmal ihren Zenit erreicht, da findet Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) schon einen Schuldigen: Wolfgang Schüssel. Dieser habe nach der Flut von 2002 nicht genug in den Hochwasserschutz investiert, kritisiert Bures. Weswegen jetzt erneut Häuser unter Wasser stehen.

Was für ein hübsches Bild, gerade im Wahlkampf. Schüssel opfert kaltherzig Einfamilienhäusler den Fluten. Da denkt man auch gleich an George W. Bush, der sich nicht um New Orleans scherte, bis der Hurrikan kam.

Bleibt nur die Frage: Was hätte wohl eine Regierungspartei SPÖ getan, wenn eine Flut das Land schockt, bald darauf aber allmählich wieder in Vergessenheit gerät? Na, was wohl? Investiert ohne Ende natürlich.


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