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Muss Panda Long Hui nach China zurück, Frau Dungl?

Politik | Interview: Barbara Tóth | aus FALTER 23/13 vom 05.06.2013

Peking ist laut Presse sauer, weil Österreichs Regierungsspitze mit dem Dalai Lama zusammentraf. Nun wurde bekannt, dass China damit drohte, die beiden Pandas Yang Yang und Long Hui aus dem Tiergarten abzuziehen. Eveline Dungl vom Zoo Schönbrunn gibt Auskunft.

Frau Dungl, wie geht es den Pandas?

Denen geht es gut, die knacken gerade an ihrem Bambus.

Müssen sie nach China zurück?

Der Zehnjahresvertrag mit China lief vergangenen März aus. Wir haben ein Memorandum of Understanding unterschrieben, das bis September anhält. Bis dahin gibt es eine Lösung.

Hätten die Tiere nicht darunter gelitten, nach zehn Jahren wieder zurückfliegen zu müssen?

Nein, die stellen sich auf neue Situationen ein.

Wenn Long Hui und Yang Yang ein Baby kriegen …

… dann muss es spätestens mit zwei Jahren zurück nach China.

Es kriegt hier kein Asyl?

Nein. China führt weltweit die Pandabärenzucht. Alle Pandabären, auch jene, die im Ausland geboren werden, gehören ihnen.

Hat Österreich auch so ein Zuchtmonopol?

Wir führen zum Beispiel das Zuchtbuch für den Afrikanischen Elefanten, europaweit.

Wieso ausgerechnet?

Weil wir langjährige Erfahrung haben und die Tiere sich in Wien immer sehr wohl gefühlt haben.

Wurde schon einmal ein Tier zum diplomatischen Zwischenfall?

Nein, wir haben nur schon ein paar Mal Gastgeschenke übernommen, etwa als Margot Klestil-Löffler zwei Renndromedare geschenkt bekam. Sie lebten bis zum Vorjahr auf Schloss Hof, wo sie altersbedingt starben.


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