"Behindert hieß, du bist nichts wert“

Politik | Nachforschung: Ruth Eisenreich | aus FALTER 23/13 vom 05.06.2013

Wurden am Steinhof Kinder gequält? Der Kinderpsychiater Max Friedrich erinnert sich

Behinderte Kinder und Jugendliche, die den ganzen Tag in Netzbetten eingesperrt oder an ihren Betten angebunden sind und jahrelang nicht ins Freie kommen. Medikamente im Brei. Körperliche und seelische Brutalität. Davon berichtete im letzten Falter die Kinderkrankenschwester Elisabeth Pohl, die in den frühen 1980er-Jahren im Kinderpavillon am Steinhof arbeitete. Max Friedrich, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Wiener Allgemeinen Krankenhaus, spricht über die Situation behinderter Kinder in den 1980ern.

Falter: Herr Friedrich, haben Sie die Schilderungen von Elisabeth Pohl überrascht?

Max Friedrich: Nein. Ich bin 1973 von der Erwachsenen- auf die Kinderpsychiatrie umgestiegen und mein damaliger Chef an der Uniklinik hat mir erlaubt, mehrere Kliniken zu beobachten. Da habe ich auch - angemeldet - zwei Tage in der Einrichtung für behinderte Kinder am Steinhof verbracht.

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