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Politik | Philip Hautmann | aus FALTER 23/13 vom 05.06.2013

Bücher, kurz besprochen

Unsere große Depression

In einer Zeit, in der wir eine Weltwirtschaftskrise erleben, legt der Politologe Florian Pressler ein allgemeinverständliches, abrissartiges Buch zur "großen Depression“ unserer Tage vor.

Bis heute scheiden sich die besten Geister, wie dieses komplexe Phänomen bzw. seine zähe Dauerhaftigkeit erklärt werden kann. Pressler gibt einen historischen Überblick und geht auch auf die verschiedenen wirtschaftstheoretischen Ansätze, die Krise zu erklären, ein, ohne die allgemeine Leserschaft zu überfordern. Als Ausweg aus der aktuellen Bredouille sieht er eine gerechtere Verteilung des Vermögens. Eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft könne nur erfolgen, wenn die Mittelschicht nicht weiter einkommensmäßig geschwächt werde, schreibt der Autor.

Leider ist dieses gute Buch nicht frei von kleineren Patzern. So wird etwa Keynes einmal als Finanzminister tituliert, was er aber nie war. Derartige Fehler fallen jedoch insgesamt unter die Kategorie "unerheblich“, sodass sich unterm Strich ein gutes Buch zur Einführung in die Materie ergibt.

Florian Pressler: Die erste Weltwirtschaftskrise. Beck, 255 S., € 15,40


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