Wie gedruckt

Medien | Barbara Tóth | aus FALTER 23/13 vom 05.06.2013

Pressekolumne

Thomas Tuma ist wütend. Der Leiter des Wirtschaftsressorts des Spiegel beschwerte sich in der letztwöchigen Ausgabe in einem großen Essay, der eher eine Tirade war, über den deutschen Verein ProQuoteMedien e.V. Den gründeten Journalistinnen, um für einen 30-prozentigen Frauenanteil bei Topjobs Druck zu machen.

"Sorry Ladys, Sie missbrauchen Ihren Status“, schimpft Tuma. Unter dem Deckmantel des unabhängigen Journalismus Propaganda zu machen, das ginge gar nicht. Dann erst dieser "neue Sound“, diese "langweilig-nett-bemühten Frauengeschichten“, in denen Journalistinnen jetzt angeblich über erfolgreiche Frauen berichten!

Tuma hat recht: Als Journalist hat man große Verantwortung. Aber dürfen wir uns deshalb nicht gesellschaftspolitisch engagieren? Natürlich schon. Nichts ist schlimmer als ein Schreiberling ohne Haltung. Tuma hat sie, und die, die er kritisiert, auch. Auch wenn sie ihm als Mann nicht gefällt.


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