Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 23/13 vom 05.06.2013

Pop

Filou: Vor und nach der Stille

Lukas Meschik ist nicht nur ein aufgehender Stern am Literaturhimmel. Als Sänger der Band Filou beweist er auf deren zweitem Album auch, dass deutschsprachige Popmusik mit dem Präfix Indie keineswegs tot ist. Nein, sie lebt noch: Kaum etwas an den zehn Songs auf "Vor und nach der Stille“ wirkt forciert, ob es die angenehm unspektakulären, aber eingängigen Gitarrenpopsongs sind oder Meschiks Texte, die Befindlichkeiten und Anklänge an Diskurs-pop, Bauch und Kopf sowie jugendlichen Übermut und Reflexion gut ausbalancieren. (Problembär) sf

Global

Mark Ernestus presents Jeri-Jeri: 800% Ndagga

Nach Techno- und Dub-Reggae-Studien forscht Mark Ernestus, eine Hälfte von Basic Channel und Rhythm & Sound, weiter nach dem Ur-Groove. Mit Musikern aus Senegal und Gambia vertiefte sich der Berliner in Mbalax bzw. Ndagga - beides Bezeichnungen für eine elektrifizierte Variante traditioneller Klänge aus Westafrika. Mit Techno hat das nichts mehr zu tun, aber auch nicht mit romantischen Vorstellungen von Weltmusik: "800% Ndagga“ und das Instrumentalalbum "Ndagga Versions“ bieten verschärften Stoff im Zeichen von Polyrhythmik. (Ndagga) sf

Klassik

Nils Mönkemeyer: Bach und mehr

Nach vier gemischten Alben hat sich Nils Mönkemeyer für sein Solodebüt die drei ersten Cellosuiten von Bach vorgenommen, die Bratsche ließ er dafür eigens mit Darmsaiten bespannen. Hell und leicht klingen sie hier, wunderbar ausbalanciert - mal lyrisch und nachdenklich, dann wieder rhythmisch und kraftvoll. Auf einer Bonus-CD sind vier zeitgenössische Solokompositionen zu hören, die teilweise im Auftrag von Mönkemeyer entstanden sind und sich mit Bach auf unterschiedliche Weise beschäftigen. Eine gelungene musikalische Zeitreise. (Sony) mda


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