Neue Bücher

Feuilleton | aus FALTER 23/13 vom 05.06.2013

Die Religion des Geldes und die Natur der Sprache

Der Genese des Geldes aus dem Opferritus geht Jean-Pierre Baudet nach und postuliert dabei eine "Einheit zwischen Religion und Ökonomie in frühen Gesellschaftsformen“, die er anhand von anthropologischen Studien nachweist. "Das Opfer war die große Schule der Religion, aber auch die große Schule zum Kalkül, zum Tausch, zum Handel, zur Arbeitsteilung, zur materiellen Symbolik und zur Unehrlichkeit in vielen Bereichen.“ Auch wenn sein Begriff der Entfremdung veraltet scheint (beruht nicht alle Kultur auf Entfremdung?) und er dem blutigen Opfer manchmal den Vorzug vor dem "allgemeinen Kollektivopfer Tauschgesellschaft“ zu geben scheint, in der sich alle dem Kapital und seiner Akkumulation unterwerfen: Dieses schmale Buch erläutert nicht nur die Theorie Paul Lafargues, des Schwiegersohns von Karl Marx, sondern wartet auch mit allgemeinen, fundamentalen Einsichten zur oft ohne Argument beschworenen "Religion des Kapitals“ auf. KB

Jean-Pierre


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige