Der Meister mischt die Karten neu

Feuilleton | Vorschau: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 23/13 vom 05.06.2013

Karten dippeln mit Robert Lepage: das neue Stück des kanadischen Starregisseurs bei den Wiener Festwochen

Ein Soldat steht vor dem Militärrichter, weil er in der Kirche beim Kartenspielen erwischt wurde. "Die Karten sind meine Bibel!“, rechtfertigt sich der Angeklagte - und kann alles erklären: Das Ass stehe für Gott, der König für Christus, die Dame für die Jungfrau Maria, der Bube für den Teufel, die 2 für das Alte und das Neue Testament und die 3 für die Dreifaltigkeit.

Der frankokanadische Meisterregisseur Robert Lepage scheint von der Systematik der Spielkarten ähnlich fasziniert wie der Soldat aus der skurrilen Geschichte, mit der sein neues Stück beginnt. "Playing Cards 1: Spades“ ist der Auftakt eines vierteiligen Projekts, wobei die einzelnen Teile inhaltlich nicht zusammenhängen und jede Folge einer anderen Kartenfarbe zugeordnet ist.

Den Anfang macht Pik (engl. "spades“), was sich aus dem Französischen ("pique“) ableitet und Lanze bedeutet. Nicht zufällig


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