Long Before Rock ’n’ Roll: eine Ethno-Musik-Sause mit Maestro Van Dyke Parks


Musikkritik: Sebastian Fasthuber

Feuilleton, FALTER 23/13 vom 05.06.2013

In Los Angeles will jeder auffallen. Van Dyke Parks, der kultivierte Exzentriker der Musikszene, ist einer der buntesten Hunde dort. Nur fällt er selten auf, weil er sich im Hintergrund hält. Seine bekanntesten Arbeiten hat der 70-Jährige für Kollegen geleistet: Er war als Texter der Mann an der Seite von Brian Wilson, als dieser über den Sessions zum Beach-Boys-Album "Smile“ verrückt wurde; er hat das erste Album von Randy Newman produziert; er machte Orchesterarrangements für Joanna Newsom und Rufus Wainwright; zum Drüberstreuen spielte er eine Nebenrolle in "Twin Peaks“.

Umso erstaunlicher, dass sich kaum jemand für Parks’ eigene Alben interessiert. Sein 1968 veröffentlichtes Debüt "Song Cycle“ war eine der teuersten Produktionen in der Geschichte von Warner - und ein gigantischer Flop. Während zu der Zeit allerorts Langhaarige Gitarren malträtierten, schien Parks nicht einmal anzuerkennen, dass der Rock ’n’ Roll bereits erfunden worden war. Seine Stücke klangen,

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