Ein Schuss, ein Schrei - diesmal nicht von Karl May

Feuilleton | Pirschgang: Klaus Nüchtern | aus FALTER 23/13 vom 05.06.2013

James Fenimore Coopers "Der letzte Mohikaner“ liegt in neuer Übersetzung von Karen Lauer vor

Der "Lederstrumpf“ war lange Zeit so etwas wie der andere "Winnetou“ - bloß dass die "guten“ Indianer keine Apachen, sondern Delawaren und die weißen Helden nicht ganz so superheldisch wie Old Shatterhand waren. Und dass der philologische Umgang mit dem Original noch viel nachlässiger war als bei Karl May: Die fünf Bände der "Leatherstocking Tales“, wie der "Lederstrumpf“-Romanzyklus auf Englisch heißt, wurden gekürzt und "altersadäquat“ aufbereitet.

Wer den "Letzten Mohikaner“, den zweiten, berühmtesten und nun erstmals vollständig ins Deutsche übersetzten Band der Pentalogie, liest, kann sich über dessen Ruf als "Jugendbuch“ nur wundern. Schon aufgrund der historischen Distanz - Autor James Fenimore Cooper war rund 50 Jahre älter als Karl May und exakt 40 Jahre jünger als Goethe - liest sich das deutlich weniger flott als "Harry Potter“, und die Naturschilderungen


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