Nüchtern betrachtet 

Über die Prokrastination der Röhrenglotze

Feuilleton | aus FALTER 23/13 vom 05.06.2013

Dem Konzept des Fortschritts stehe ich mit freundlicher Skepsis gegenüber: Ich finde schon, dass es ihn geben kann und sollte, bin aber nicht davon überzeugt, dass das Neuere automatisch auch das Bessere ist. Und obwohl ich glaube, dass die Amerikaner a) auf den Mond geflogen sind, b) dort die Ersten waren und c) die Anschläge auf das World Trade Center nicht selbst verübt haben, möchte ich auch nicht alle Ansichten apodiktisch ablehnen, an die sich Verschwörungstheorien knüpfen lassen. Die Annahme etwa, dass gewisse IT-Konzerne willentlich zum exponentiellen Wachstum des globalen Elektronikschrottberges beitragen, indem sie ihrer sektenähnlich strukturierten Konsumentenschaft hübsch designte Geräte von kalkuliert beschränkter Halt- und Wartbarkeit andrehen, wird, soweit ich sehe, nur von den offiziellen Sprechern und Leuten bestritten, die deren PR-Propaganda auch noch glauben.

Dass ich mich den Innovationsimperativen der IT-Industrie zumindest teilverweigere, will ich mir gar


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