Stadtrand Urbanismuskolumne

Hunde spielen eigentlich nicht Tennis

Stadtleben | aus FALTER 23/13 vom 05.06.2013

Neulich stand ein Bulldozer in der Hundezone. Unter den Hundemenschen war das Grund zu großer Freude, denn man dachte, die Meidlinger Bezirksvorstehung habe die Bitten erhört und man würde nun die Zone mit dem langersehnten Trinkbrunnen ausstatten. Jeden Tag trafen sich die Hundemenschen aufgeregt beim Spazierengehen - denn die Hundezone war wegen des Umbaus gesperrt - und besprachen die neuesten Fortschritte auf der Baustelle.

Am Tag drei wurde jedoch langsam klar, dass da mehr im Busch war als lediglich der Anschluss eines Trinkbrunnens: Der Bulldozer grub auf einer Seite der Zone das gesamte Gras ab. "Ein Agility-Platz“, mutmaßte die Besitzerin von Dackel Seppi. "Au, wie fein“, freute sich Dackel-Frauchen Renate. Nach fünf Tagen war die Zone endlich fertig. Das Ergebnis: kein Trinkbrunnen. Auch kein Agility-Platz. Dafür wurde die eine Hälfte der Zone mit Vulkanerde aufgeschüttet, auf dass hier fortan kein Grashalm mehr wachsen werde. Um zu sehen, wie es angenommen werde, heißt es von der Bezirksvorstehung. Nun, die Hunde spielen noch nicht Tennis.

Birgit Wittstock über den langersehnten Umbau einer Meidlinger Hundezone


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