Urbanes Betragen

Stadtleben | aus FALTER 23/13 vom 05.06.2013

Benimmfibel für Großstadtmenschen (117)

Frau U. ist Mutter mit Kinderwagen und fragt sich, wie sie mit den ganzen Liftfahrern umgeht, die gut auch die Rolltreppe benutzen könnten.

Werte Frau U., was meinen Sie, was sich an dieser Stelle wohl der Rollstuhlfahrer fragt? Soll heißen, Sie sind nicht alleine mit diesem Problem, und weil Sie auch nicht die Einzige sind, die - zu Recht - den Lift nutzen möchte, kommt es eben zu Warteschlangen. Das muss man in einer Großstadt aushalten. Freilich wäre es nett und anständig, wenn so manch ein Fußgänger Ihnen den Vortritt ließe und selbst die Rolltreppe nutzen würde. Andererseits haben auch Fußgänger ein Recht auf Liftfahren. So ist das eben in einer Demokratie, wo alle gleichgestellt sind. Da Sie das große Pech haben, mit dem Kinderwagen die Rolltreppe nicht nutzen zu können, ist es wohl legitim, bei Zeitdruck um den Vortritt zu bitten. Mit Sicherheit wird man ihn Ihnen gewähren!

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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