Prost!  Lexikon der Getränke. Diese Woche: Biotta Bio Energy

Bioenergie: seltsame Geschmäcker und nahezu richtige Verpackungen

Stadtleben | aus FALTER 23/13 vom 05.06.2013

Fällt das Wort Bioenergie, ist sofort Skepsis gefragt. Wie sehr wurde man doch im letzten Jahrzehnt durch diesen Begriff in die Irre geführt. Bekanntestes Schlagwort ist der Biodiesel, der schließlich dazu führte, dass die Ausgangsprodukte Soja und Palmen aufgrund des monokulturellen Anbaus die Biodiversität von Landschaften reduzierte bzw. die Abholzung von Wäldern erforderte. Auch die Ernährungssituation in den Anbauländern wurde verschärft.

Mit dem Begriff Bioenergie, eigentlich bio energy, operiert nun das Schweizer Unternehmen Biotta, das vor allem durch Gemüsesäfte Bekanntheit erlangte. Zu groß ist mittlerweile der Bedarf an aufputschenden Flüssigkeiten geworden, als dass man die Finger davon lassen könnte. Obwohl sich Reform und Energydrink per se ausschließen. Eines vorweg: Das Getränk ist gewöhnungsbedürftig; aber das gilt für alle Energydrinks. Ohne Kohlensäure kommt die wundersame, aus den Regenwäldern des Amazonas stammende Acai-Beere (Monokultur?), in Begleitung von Traube und Guaraná, auch sehr mürrisch daher. Es erinnert ein wenig an Ribiselsaft mit bitterem Einschlag.

Das Bemerkenswerte an dem Produkt bleibt die Kartondose. Wann wird endlich in Österreich der Pfand für die energieaufwendige Aludosen eingeführt? Dann wird auch sie bald ihr Ende finden. Sie meinen, dann käme man vom Regen in die Traufe? Nein, vom Regen in die Trauf, was so viel wie Waldmantel heißt. Kartondosen sind mit weit weniger Energieaufwand wiederverwertbar. MS


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