Menschen

Urban Radeling

Falters Zoo | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 23/13 vom 05.06.2013

Radeln - jetzt auch noch auf der Gesellschaftsseite?! Ja! Nicht nur weil Wien nächste Woche Weltfahrradhauptstadt ist und der Velokongress tanzt. Abgesehen von mehr oder weniger Prominenten, die man regelmäßig mit dem Fahrrad unterm Popo durch die Stadt radeln sieht, ist Urban Radeling ja tatsächlich ein wichtiges Gesellschaftsthema. Weshalb wir an dieser Stelle den Gewinnern des Cycling-Affairs-Wettbewerbs gratulieren, den die städtische Kreativwirtschaftsagentur Departure ausgeschrieben hatte. Departure-Chefin Bettina Leidl stellte die Gewinner vor, die sich allerhand Nützliches für mobile Stadtmenschen ausgedacht haben. Mobile Fahrradständer zum Beispiel; klingt wie ein Widerspruch, aber bei dem Projekt Designstudio Walking Chair geht es darum, bei Großveranstaltungen gute Abstellmöglichkeiten bereitzustellen. Den ersten Platz machten Josef Lueger, Lisa Schmidt und Jan Hosa und ihr Konzept der "Wiener-Rad-WG“. Wieder geht es ums Abstellen von Rädern; zum Beispiel in leerstehenden Ladenlokalen. Publikumslieblinge wurden jedoch Leonie Armeanu, Lukas Aschauer, Eduard Klinger und Christian Steiner. Ihr Projekt "BikeLike Vienna“ soll Radler mittels Smartphones miteinander vernetzen und so das Radeln angenehmer und komfortabler gestalten. Aha.

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Nochmal das Fahrradthema, diesmal geht es um die Mode. Das kann man so angehen wie die eher anarchistischen Gesellen vom "Vienna Tweed Ride“, die am Sonntagnachmittag wieder vom Rathausplatz in die Freudenau radeln, dort ein großes Picknick machen und dabei ein bisschen so aussehen, als ginge es zur Entenjagd (siehe dazu auch Seite 47). Oder man macht es so wie die bewunderswerten Stylos vom Blog Vienna Cycle Chic ( www.viennacyclechic.at), die sämtliche bestaussehende Radlerinnen und Radler, die auf Wiens Straßen unterwegs sind, abfotografieren und dabei das "andere“ Radlerbild abliefern. Wie das geht und wie man den besten Moment für Straßenfotografie erwischt, erzählen die Blogger bei einem Workshop im Stilrad-Shop, den sich Designerin Eva Buchleitner mit Paul Rasper teilt. Am 12. Juni zeigen Ober-Chic-Blogger Mikael Colville-Andersen und Kollegen aus Dänemark, Berlin, Brüssel und Budapest, wie sie den Fahrradstil abbilden - auch mit einer gemeinsamen Tour durch Wien. Schon ab Samstag gibt es bei Stilrad in der Jordangasse auch eine Ausstellung: Momentaufnahmen einer lebendigen Fahrradstadt mit Fotos der Bloggerin Agnes Nebehay.

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Die TV-Comedy-Serie "Stromberg“ finden ja sogar hierzulande einige lustig. An das original "The Office“ mit Ricky Gervais, sagen humorkritische Zeitgenossen dann zwar immer, käme die deutsche Version zwar nicht ran. Aber wegen Christoph-Maria Herbst mögen sie’s dann doch. Irgendwie. Jedenfalls weilt der Herbst (keine Witze mit Namen, keine Witze mit Namen!) gerade in Wien, wo er mit Michael Niavarani gerade eine Verwechslungskomödie dreht. Und jetzt musste Herbst auch noch den "Nia“ machen. Der Wiener Kollege war nämlich nach Dreharbeiten in Nordafrika zu magenkrank, um zu einem vereinbarten PR-Termin im Tierpark Schönbrunn zu erscheinen. Dabei wäre doch im Löwengehege ein Dreh angesagt gewesen.

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Zum Schluss muss man noch schnell eine Zahl nachtragen: Life-Ball-Chef Gery Keszler hat mit seinen Leuten nachgezählt, und jetzt steht fest, was vorvergangene Woche bei der Aids-Charity vor und im Rathaus (und am Tag davor beim Life-Ball-Burgtheater-Bash) reingekommen ist: 2,43 Millionen Euro. Damit kann man wahrscheinlich eine ganze Menge Gutes tun.

E-Mail an den Zoo: zoo@falter.at


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