Fotografie Vernissage

Schule für die Augen der neuen Genossen

Lexikon | aus FALTER 23/13 vom 05.06.2013

Mit seiner Kamera wollte Alexander Rodtschenko (1891-1956) Zeugnis von der neuen russischen Gesellschaft ablegen. Bei West-Licht eröffnet nun eine Retrospektive des Konstruktivisten, die aus dem Moskauer Haus für Fotografie stammt. Modernität brachte der Künstler durch gewagte Blickwinkel zum Ausdruck, etwa durch die steilen Aufsichten, mit denen er in den 1920er-Jahren eben fertiggestellte sowjetische Bauten wie Arbeiterklubs oder Fabriken verewigte. Der neue sozialistische Mensch, der verstärkt auch vom Land in die Großstadt zog, sollte durch die Fotografie den Umgang mit der Reizüberflutung der Metropole lernen. Unter den 200 mit der Leica geschossenen Arbeiten sind Ikonen der Fotogeschichte wie "Porträt der Mutter" oder "Stufen" als Vintage-Prints zu sehen. NS

WestLicht, Mo 19.00; bis 25.8.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige