Neue Musik Tipp

Jubiläum der Komponisten mit Konzertfestival

Lexikon | aus FALTER 23/13 vom 05.06.2013

Gegründet wurde der Österreichische Komponistenbund 1913. Präsident wurde der damals berühmte Eduard Kremser, einer der Vizepräsidenten der Hofballmusikdirektor Carl Michael Ziehrer, 1916 auch Franz Lehár. Manches zur Geschichte des ÖKB zwischen 1920 und 1945 liegt im Dunkeln, es wird spannend, ob der Musikwissenschaftler Hartmut Krones in einer neuen Publikation beim ÖKB-Symposium Erhellendes dazu beitragen kann. Gesichert ist, dass sich Anton Webern oder Egon Wellesz darum verdient machten und erste Konzerte des ÖKB (1930 mit Stücken von Paumgartner, Hauer, Toch, Franz Schmidt) von der Ravag ausgestrahlt wurden. Während der NS-Herrschaft aufgelöst, 1947 neu konstituiert, bekam die älteste Komponisteninteressenvertretung Österreichs im Laufe der Jahrzehnte Gesellschaft durch andere Verbände, etwa die IGNM (1923) oder die ÖGZM (1949). Erfolge, Bemühungen und Initiativen zur sozialen Absicherung der Komponisten gab und gibt es, Gerhard Track, Heinrich Gattermeyer, Dieter Kaufmann waren die Präsidenten, seit 2004 ist es Klaus Ager.

Im Eröffnungskonzert im Radiokulturhaus sollen Werke von Studierenden vorgestellt werden, in den Tagen darauf werden im Konzerthaus das ensemble xx. jahrhundert, das Österreichische Ensemble für Neue Musik, das European Contemporary Composers' Orchestra, in der Jesuitenkirche Agnes Palmisano, im Schönberg Center das ensemble reconsil mit Werken von Doyens wie Krenek, Rubin, Schollum, Cerha, Haubenstock-Ramati, Kaufmann und Neueren wie Staud, Haselböck, Wolfram Wagner, Kerer, Klaus Lang konzertieren. Es gibt auch Abende mit Pop und "Crossover" im Porgy & Bess. Sogar ein Finale im Burghof der Hofburg mit der Gardemusik ist vorgesehen. HR

Radiokulturhaus, Konzerthaus, Universitätskirche u.a., 10. bis 17.6.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige