Kunst Kritik

In den grauen Nebeln der Erinnerung

Lexikon | aus FALTER 23/13 vom 05.06.2013

Zwölfmal ist der Künstler Marko Lulić in Wien umgezogen. Zumindest ergibt sich diese Zahl aus den Papierarbeiten, die unter dem Titel "Psychogeography" bei Gabriele Senn zu sehen sind. Für diese Blätter verwendet er die Technik der Frottage. Lulić fügt seinen Abrieben kleine Fotos bei, die ihn selbst beim Werken mit Papier und Stift an Häuserfassaden zeigen. In diesen Bauten hat der ursprünglich in Kroatien geborene Künstler einst gewohnt, er reibt also an ihm bekannten Mauern. Die Frottagen fallen, je nach Hausmauer, recht unterschiedlich aus, aber mehr erfährt man nicht. Geschichte spielt in Lulićs Kunst eine zentrale Rolle; nun aber bleiben die eigentlichen Inhalte, nämlich die ortsbezogenen Erinnerungen, in grauen Nebeln verborgen. NS

Gabriele Senn Galerie; bis 15.6.


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