Die Idylle trügt, es ist ein Albtraum

Der steirische Künstler Alois Mosbacher zeigt diese Woche neue Arbeiten in der Grazer Galerie Reinisch Contemporary

STEIERMARK | Tiz Schaffer | aus FALTER 24/13 vom 12.06.2013

Es war Anfang der 80er-Jahre, als eine Gruppe junger Akademieabgänger antrat, um der Malerei neues Leben einzuhauchen. Österreichische Künstler wie Siegfried Anzinger, Herbert Brandl oder Hubert Schmalix sollten später als "Neue Wilde" in die Kunstgeschichte eingehen. Mit dabei auch Alois Mosbacher. Der 1954 im steirischen Strallegg geborene Künstler lebt und arbeitet heute in Wien, im Grazer Künstlerhaus war vor drei Jahren eine umfangreiche Personale von ihm zu sehen, diese Woche eröffnet eine Ausstellung von Mosbacher unter dem Titel "ALB".

Mosbachers Malerei spielt sich in der Natur ab und ist von ihr geprägt, hat aber, wie er dem Falter einmal erzählte, "nichts mit romantischer Naturmalerei am Hut". Auch hatte er schon längere Phasen, wo er nur Hühner, Schafe oder Hundeköpfe gemalt hat. Gerne siedelt er die Schafe oder Schafböcke auch in verlassenen Wäldern an, ebenso einsame Wanderer oder geheimnisvolle Hütten. Bei Mosbacher steht der Wald für das Unheimliche, und der Mensch ist oft nur durch die Überreste seiner Zivilisation anwesend. Dafür ließ Mosbacher in der Vergangenheit Malerei und Zeichnung gekonnt ineinandergreifen, oft lauerte hinter einem vermeintlichen Idyll etwas Unheilvolles.

Auch hinter dem Titel seiner neuen Ausstellung scheint Bedrohliches, scheint der Albtraum zu lauern. Für die Schau "ALB" hat sich Mosbacher auf die Spuren des schaffenden Menschen gemacht und berichtet von dessen "gestalterische Interventionen in der Natur". Auf großflächigen Leinwänden inszeniert er Eingriffe in die Natur als "skulpturale Elemente", stellt Holzstapel, Bienenstöcke oder Baumstämme dar. Die Bilder stammen aus einer Serie, die Mosbacher eigens für diese Ausstellung begonnen hat.

Heute ist der Künstler an einem Punkt seiner Karriere angekommen, wo er sich bespiegeln darf, zitathaft "Bezüge zu Formulierungen seiner eigenen künstlerischen Entwicklung" aufnimmt und sich derart mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt.

Reinisch Contemporary, Graz, Mo 19.00


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