"Soll ich in Sack und Asche gehen?“

Politik | Interview: Barbara Tóth | aus FALTER 24/13 vom 12.06.2013

Exkanzler Alfred Gusenbauer berät Kasachstan und die Novomatic. Aus Gier? Hier erklärt er sein umstrittenes Geschäftsmodell als Post-Politiker

Für Schlagzeilen ist er immer noch gut. Der Sozialdemokrat Alfred Gusenbauer steht im fünften Jahr seines Lebens als Exkanzler und muss sich nicht nur wegen seiner Tätigkeit für den Glücksspielkonzern Novomatic rechtfertigen. Letzte Woche berichtete Profil, dass gegen ihn wegen Spionage für Kasachstan ermittelt wird. Warum lässt sich ein bekennender Linker auf Geschäfte mit semiautoritären Machthabern und einem auch in der eigenen Partei verhassten Konzern ein? Am Geld kann es nicht liegen, denn Gusenbauer ist inzwischen reich geworden.

Falter: Herr Gusenbauer, wo beginnt Gier?

Alfred Gusenbauer: Das habe ich mir ehrlich gesagt noch nie überlegt. Gier ist ein Trieb, der eine Einseitigkeit im Verhalten bedingt, eine übertriebene Form des Verlangens, des Genusses, losgelöst von Notwendigkeiten. Gier, das ist, wenn einer kein Geld braucht,


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