Bravo stirbt

Nachruf: Ruth Eisenreich | Medien | aus FALTER 24/13 vom 12.06.2013

Nach 45 Jahren wird der Rennbahn-Express eingestellt. Die Medienkrise trifft Teeniemagazine noch stärker als andere Zeitschriften

Die "Bravo Hits“ gibt es heute auch auf iTunes, und die Heftbeilage ist keine Halskette, sondern ein Handyanhänger. Sonst hat sich wenig verändert: Klatsch und Tratsch über Stars, Kleidungstipps, Sexratschläge, Poster und eine Fotolovestory prägen das Teeniemagazin Bravo heute wie vor vielen Jahren.

Der größte Unterschied zwischen einem Bravo-Heft des 20. Jahrhunderts und einem von 2013 ist die Leserzahl. Von 1978 bis 1998 kaufte über eine Million Jugendliche regelmäßig das Bravo, im Jahr 1991 war mit durchschnittlich 1,49 Millionen verkauften Exemplaren der Höhepunkt erreicht. Heute wollen nur noch 246.000 Teenager die Tipps der Sexberater vom Dr.-Sommer-Team lesen und mit den Protagonisten der Fotolovestorys mitfiebern - das ist nur mehr ein Sechstel.

Nicht nur das Bravo schwächelt: Popcorn hat in den vergangenen 15 Jahren 68 Prozent seiner Leser

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