Sägen, schneiden, formen

Feuilleton | Reportage: Nicole Scheyerer | aus FALTER 24/13 vom 12.06.2013

Mit ihrem Projekt "Loch“ gelingt der Künstlergruppe Gelatin im 21er Haus ein echter Coup: Sie outen sich endgültig als Bildhauer

Der Wind weht kleine Styroporkügelchen in Richtung Zentralbahnhof. Während auf der Baustelle Kräne Betonteile hochhieven, findet im benachbarten 21er Haus der umgekehrte Prozess statt: In der Mitte des ehemaligen Weltausstellungspavillons steht ein weißer Block Materie vor seiner Zerlegung.

Acht Meter Kantenlänge hat der Styroporwürfel, den Gelatin dort aufgebaut haben. Der Geruch von verbranntem Kunststoff liegt in der Luft. Beim Betreten des Lichthofs sieht man oben auf der Plattform Leute an Seilzügen hängen. Es ist nur schwer zu erkennen, was sie dort treiben, aber immer wieder fallen Teile des Dämmstoffs herunter. Ein bärtiger Typ mit High Heels und Krone kehrt sie auf.

Es ist der zweite Tag des Gelatin-Projekts "Loch“. Mit einem Trupp von Freunden und mithilfe von bedrohlich aussehendem Werkzeug bohren Wolfgang Gantner, Ali Janka, Florian Reiter


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