Nüchtern betrachtet 

So haben wir das aber nicht vereinbart!

Feuilleton | aus FALTER 24/13 vom 12.06.2013

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Die Kommerzialisierung des öffentlichen und medialen Raumes ist insgesamt ja bedenklich weit fortgeschritten. Die Idee, auch die Toiletten von Wirtshäusern als Werbefläche zu nutzen, hat sich aber offenkundig nicht als der ganz große Renner erwiesen. Auf dem Klo meines Innenstadtstammwirten hängt seit Jahren ein Plakat, auf dem ein junges Paar um Verständnis dafür wirbt, dass er sie nicht verprügelt. Text und Motiv suggerieren, dass Gewalt in der Beziehung a) nicht okay ist und b) dank einer gemeinsamen Anstrengung vermieden werden kann. Wer weiß, wie viele Männer bei meinem Innenstadtstammwirten schon den Vorsatz gefasst haben, heute aber mal die Alte zu verhauen, nach dem vierten Fluchtseidl aber noch einmal aufs Klo gegangen sind und sich dort gedacht haben: "Oha, vielleicht doch nicht so cool, lieber noch ein letztes Seidl trinken“?!

Nun, allzu viele sind es wohl nicht. Der Typ


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