Österreich wird Weltcup-Sieger

Stadtleben | Bericht: Christopher Wurmdobler | aus FALTER 24/13 vom 12.06.2013

Vor 48.000 verabschiedet: das Team für den Homeless-World-Cup im Streetsoccer

Das Länderspiel Österreich - Schweden vergangene Woche endete prima. Der Beginn war aber auch nicht schlecht: Alle Augen waren auf ein Team gerichtet, das vor dem Match den 48.000 Zuschauern im Ernst-Happel-Stadion vorgestellt wurde. Acht junge Männer reisen im August nach Polen, um dort Österreich beim Homeless World Cup zu vertreten. Wieso nur acht? Weil beim Street Soccer pro Mannschaft nur drei Spieler und ein Tormann auf dem Feld sind, plus vier Ersatzspieler. Macht acht. Aha.

Immerhin: Letztes Jahr landete das Team aus Österreich auf Platz sieben - bei 43 Nationen muss man da nicht meckern. Heuer will man natürlich wieder unter die Top Ten. Sagt zumindest Gilbert Prilasnig, seit 2004 ehrenamtlicher Teamchef der Homeless.

Gegründet wurde das mittlerweile weltweit erfolgreiche Sozialprojekt 2004 in Graz mit dem internationalen Netzwerk der Straßenzeitungen und als Beitrag zum Kulturhauptstadtjahr. Die Caritas engagiert sich ebenso wie der ÖFB, dessen Präsident Leo Windtner bei einer Pressekonferenz die soziale Kraft des Sports lobte. Fußball könne Perspektiven eröffnen und positive Veränderungsprozesse einleiten.

Mehr als 80 Spieler haben in den letzten zehn Jahren am Homeless World Cup teilgenommen, fast 1000 waren bei Testtrainings, Scouting-Veranstaltungen und bei Turnieren mit dabei. Alle kommen und kamen aus Sozial- und Therapieeinrichtungen.

Was man beim Training für den Weltcup neben Taktik und Fitness noch lernen kann, schildert Teamchef Prilasnig eindrucksvoll. "Da geht es auch um Disziplin und Respekt“, sagt er. Und, so seltsam das klingen mag, darum, dass man sich nicht miteinander prügelt. Wie fair das Team aus Österreich 2012 unterwegs war, zeigt eine weitere Auszeichnung: der Pokal für Fairplay.


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