Ins Mark  

Allein gegen die Mafia

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 24/13 vom 12.06.2013

Zum Glück wurde die Grazer Ordnungswache unlängst aufgestockt. Patscherte Slackliner, achtlos weggeworfene Tschickstummel, tolldreiste Radfahrer, freilaufende Hunde und hinter Bäume urinierende Tagelöhner - alles nicht zu unterschätzende Risikofaktoren für die öffentliche Sicherheit. Nicht zu vergessen die aggressivsten aller Aggressoren, die Bettlerbanden. Vor einigen Monaten wurde das Bettelverbot in Graz wegen Verfassungswidrigkeit aufgehoben, nun herrschen abermals Zustände wie in Sodom und Gomorra. Zuletzt haben sich die guten Kräfte wieder gesammelt, um arglose Bürger vor dem Schlimmsten zu bewahren.

So zitierte die Steirerkrone letzte Woche Wolfgang Hübel, den Sicherheitsmanager der Stadt Graz: "Die Bettelei in Graz hat System. Wir werden mit System dagegen vorgehen.“ Weiters ist da zu lesen: "Vom blauen Sicherheitsstadtrat Mario Eustacchio kommt für die, Aktion scharf‘ grünes Licht.“ Man kennt es, dieses perfide System, die Hinterlist der Bettlerhorden. Nur Wochen zuvor in der Steirerkrone eindringlich geschildert: Almosenbedürftige, die bedrohlich auf Autos an roten Ampeln zustürmen, vermeintlich verschenkte Blumen, für die dann ordentlich abkassiert wird; oder der Klassiker - die vorgetäuschte Behinderung.

Eines weiß die Soldateska wider das Bettlertum ganz genau: Das alles hat Methode, ist heimtückisch organisiert. Dahinter stehen, selbst wenn es keine Beweise dafür gibt, dunkle Mächte. Wenn aber nun zu allem bereite Verbrecherorganisationen die Fäden ziehen - wie ist es zu verantworten, eine Handvoll gering ausgebildeter Vigilanten alleine in den Kampf gegen die Mafia zu schicken?

Tiz Schaffer ist Redakteur im Steiermark-Falter


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