Kunst Kritik

Wer fürchtet sich vorm bösen Wolf?

Lexikon | NS | aus FALTER 24/13 vom 12.06.2013

Auf einer Landstraße liegt ein längliches Bündel aus buntem Stoff. Plötzlich schlüpft eine Frau darunter hervor, kehrt dem Betrachter den Rücken zu und geht weg. Der Mix aus Lakonie und Geheimnis durchzieht die Arbeiten der aus Istanbul stammenden Künstlerin Nilbar Güres. Mit ihren inszenierten Fotografien, die um weibliche Sichtbarkeit und Identität kreisen, hat Güres bereits auf der Berlin Biennale 2011 gepunktet. Schwerer lesbar sind ihre neuen Malereien und Stickereien auf schwarzem Stoff, die zu surrealen nächtlichen Ereignissen führen. Dort blutet es aus Blumentöpfen, Objekte fliegen magisch durch die Luft und der Wolf kommt beim "Picknick im Dunklen" zu Besuch. Jedoch kein Grund für Angst, wie das mit Kindern inszenierte Video "Wolf und Lamm" beweist.

Galerie Martin Janda, bis 27.7.


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