Kolumne  

Nicht nur die USA, auch die Europäer schnüffeln im Internet

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 25/13 vom 19.06.2013

Edward Snowden ist ein sympathischer Whistleblower. Der junge Computerfachmann hat bei einer Außenfirma der National Security Agency in Hawaii gutes Geld verdient. Er gebe alles auf, weil er in keinem Überwachungsstaat leben wolle, erzählte er Glenn Greenwald vom britischen Guardian. Ein klassischer Fall von zivilem Ungehorsam. Eine Haltung, der die US-amerikanische Demokratie viel verdanke, verteidigt die New York Times den Aufdecker gegen das "Verrat!“-Geschrei aus der konservativen Ecke.

Millionen und Abermillionen von Daten sind von Telefongesellschaften direkt in Server des Geheimdienstes geflossen. Wie umfassend auch E-Mails und Postings über das von Snowden aufgedeckte Informationssystem Prism umgeleitet wurden, ist unklar. Aber die Giganten des Internets sind in das Geheimdienstnetzwerk eingebunden. Gibt das zuständige Sondergericht sein Okay, läuft bei jedem Click ein Computer der NSA mit.

Snowden ist kein linker Rabauke wie einst Philip Agee. In den 1970ern hatte Agee nach


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige