Kein Platz für Tränen

Politik | Analyse: Matthias Dusini | aus FALTER 25/13 vom 19.06.2013

Der Istanbuler Gezi-Park ist geräumt. Warum entscheidet sich hier die Schlacht zwischen der türkischen Regierung und ihren Gegnern?

Der Polizist reißt sich die Schutzmaske vom Kopf und läuft auf den Journalisten zu. "Hör auf damit!“, ruft er empört und schmeißt wütend seinen Helm zu Boden. "Immer schreibt ihr Tränengas, Tränengas. Was sollen wir denn tun?“

Dieses auf Youtube zirkulierende Video entstand letztes Wochenende, rund drei Wochen nach Beginn der Proteste im Istanbuler Gezi-Park. Es stellt eine Kampfsituation dar, in der sich Gut und Böse gegenüberstehen, zumindest in den Augen des westlichen Publikums. Die Braven sind jene tausenden Demonstranten, die in mehreren türkischen Städten auf die Straßen gehen, um für mehr Demokratie zu demonstrieren.

Die Bösen sind der Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan und seine konservative AKP-Regierung, die diese Proteste brutal niederknüppeln lassen. Am Dienstag, 11. Juni, rollten nach einer friedlichen Woche wieder Einsatzwagen


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