"Die Stadt wusste alles“

Politik | Gespräch: Florian Klenk Barbara Tóth | aus FALTER 25/13 vom 19.06.2013

Eineinhalb Jahre lang hat Barbara Helige mit einer Historikerkommission den Alltag im Kinderheim am Wilhelminenberg dokumentiert. Ein Gespräch über die große Schande des Roten Wien und die Lehren für die Gegenwart

Barbara Helige sagt, sie sei "unendlich müde“. Es ist kein Wunder. In nur eineinhalb Jahren hat die Richterin gemeinsam mit einer Expertenkommission einen wuchtigen Bericht über das Kinderheim Wilhelminenberg vorgelegt. Das Dossier wurde im Auftrag des Wiener Stadtrats Christian Oxonitsch (SPÖ) verfasst und ist nur der Beginn einer Auseinandersetzung mit einer dunklen Epoche dieser Stadt. Wie konnte aus einem Kinderheim, das einst von Julius Tandler zum Schutze armer Kinder eingeweiht wurde, eine totale Institution werden?

Falter: Frau Helige, Sie haben einen erschütternden Bericht vorgelegt. Wie wurde geklärt, ob das, was Ihnen von ehemaligen Heimkindern erzählt wurde, wirklich stimmt?

Barbara Helige: Das war eine ganz zentrale Frage für uns. In einem Strafverfahren


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