Mediaforschung  

Essen Frauen wirklich nur Salate, Frau Oberreiter?

Verführungskolumne

Medien | Ruth Eisenreich | aus FALTER 25/13 vom 19.06.2013

Mehr gab es nicht mehr aus der Vorurteilskiste rauszuholen oder wie?“, eine Facebook-Userin und ein -User fragen: "Warum ist Salatessen bitte weiblich?!?“ Sonja Oberreiter, Senior Marketing Manager von McDonald’s, zeigt sich überrascht von der Kritik an der neuen Salatkampagne der Fastfoodkette: Die Werbung sei nicht provokativ gemeint gewesen, sagt sie, "manchmal darf man die Dinge einfach nicht so ernst nehmen“.

Auf den Plakaten wirbt McDonald’s mit dem Slogan "Für SalatesserInnen“. Die empörten Postings hat aber der dazugehörige Fernsehspot ausgelöst: Zwei Frauen betreten einen kitschig ausgestatteten McDonald’s und werden unter anderem von einem Pianisten und einem Rocksänger auf einem weißen Karussellpferd empfangen. "Um McDonald’s für Frauen noch attraktiver zu machen, haben wir über einige Veränderungen nachgedacht“, hört man dazu aus dem Off, und auf die entgeisterten Blicke der Frauen hin: "Doch dann hatten wir eine viel bessere Idee“ - die Salate nämlich.

"Wir haben versucht, so überzogene, kitschige, peinliche Szenen zu finden, dass niemand auf die Idee kommt, das könnte ernst gemeint sein“, sagt Oberreiter. Und warum werden bei Salaten gezielt Frauen angesprochen? "Aus der Marktforschung wissen wir, dass Frauen ernährungsbewusster sind und sich von McDonald’s mehr Auswahl an Salaten wünschen.“

Bei der Ausstattung des Spots hat sich McDonald’s übrigens Mühe gegeben: So wurde laut Oberreiter etwa ein mit Swarovski-Steinen besetztes Klavier im Wert von einer Million Euro gemietet.


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