Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 25/13 vom 19.06.2013

Er hat sein Leben, und ich hab mein’s.“ Das waren die einzigen Worte, die der Mutter des TV-Moderators Markus Lanz zu entlocken waren. Die Süddeutsche Zeitung hatte einen Reporter in sein Südtiroler Heimatdorf geschickt, um der Tragödie des scheiternden "Wetten, dass …?“-Moderators eine weitere Facette hinzuzufügen: die besorgte Mutter. Die Frau ließ den ungebetenen Besucher abblitzen.

Lanz erlebt das, was einem blüht, der versucht, in die Fußstapfen von Thomas Gottschalk zu treten. Irgendwie hasst jeder die in der Samstagabendshow zelebrierte Betulichkeit des deutschen Vereinsvolkes mit seinen bizarren Wetten. Mit einem Schuss Sexismus und Kumpelschmäh gab Gottschalk dieser Dorfolympiade eine Erdung, man betrachtete ihn mit einer Mischung aus Ekel und Faszination. Sein allzu perfekter Nachfolger vermag die öde Mechanik der Show nicht zu kaschieren. Mutter Lanz hat derzeit jedenfalls das bessere Leben.


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