Vom Szeneschmäh zum Klassizismus: Der Maler Albert Oehlen im Mumok

Feuilleton | aus FALTER 25/13 vom 19.06.2013

Er ist wie ein Koch, der das Sugo mit 17 Kräutern würzt. Im Restaurant nennt man das ungenießbar, in der zeitgenössischen Kunst komplex. Der Maler Albert Oehlen zeigt in seiner Retrospektive im Museum moderner Kunst die Bandbreite seiner Stilmittel und Referenzen. Sie reichen von abstrakter Expression bis zu gestochen scharfen Werbebildern, die in collagierter Form dargeboten werden.

Der "punkige“ Oehlen der Frühzeit reizte mit Brauntönen und muffigen Kleinbürgersujets - etwa in "Selbstporträt mit Pferd“ - das Geschmacksempfinden des Publikums. Das berühmte Fahrrad-Ready-Made von Marcel Duchamp in Verbindung mit einer Schaufensterpuppe signalisiert in "Hey Mercy“: In der Malerei ist alles schon gemacht, der Maler zum Arrangieren von Versatzstücken verdammt. Die Ausstellung stellt Beispiele des Frühwerks neuen Bildserien gegenüber und dokumentiert so, wie der Künstler unentwegt Haken schlägt. Sobald die Farbschlieren allzu kontemplativ wirken, poppt eine Werbung aus einem


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