Nüchtern betrachtet 

Sommer? Egal. Der Käse will geschmolzen sein!

Feuilleton | aus FALTER 25/13 vom 19.06.2013

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Über die Schattenseiten des Schmelzens von Käse ist vieles und viel Richtiges geschrieben worden, und es ist eigentlich erstaunlich, dass sich die bodenständigeren Gaststätten vom gastrokritischen Überbackbashing der 1990er-Jahre je erholt haben und jetzt Palatschinken oder Schinkenfleckerln wieder unverdrossen gratinieren, als gäb’s kein Morgen.

Ich denke, man sollte das einfach hinnehmen. Klar, Käseschmelzen ist nicht der Kilimandscharo der Kochkunst, und es ist auch nachvollziehbar, wenn sich manche ein wenig davor ekeln, dass recycelte Turnschuhe zu Pizzakäse und Nacho-Sauce verarbeitet werden. Andererseits ist es nicht gesundheitsschädlich (das Zeug wird unverdaut wieder ausgeschieden), es ist ein kleiner Beitrag zur Nachhaltigkeit und ein gar nicht so kleiner zur Festigung des ökologischen Bewusstseins. Außerdem entbehrt der Gedanke, dass einem die Sneaker, mit denen man sich


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