Stadtrand 

Katze, unbekanntes Wiener Wesen

Urbanismuskolumne

Stadtleben | aus FALTER 25/13 vom 19.06.2013

Christopher Wurmdobler hat versucht, das Wort "Stubentiger“ zu vermeiden

Macht doch einmal etwas über Katzen, sagen die Leute. Tatsächlich ist es seltsam: Kaum ein Tier ist in dieser Stadt medial so unterrepräsentiert wie das Katzerl. Zwiesel und Fuchs sagen sich auf Titelseiten gute Nacht. Wildschweine, die am Stadtrand hausen, bekommen Aufmachergeschichten, und wenn einmal eine Würgeschlange oder ein Krokodil auftaucht: Fernsehreportage. Katzen hingegen führen ein unbeachtetes Dasein. Was vielleicht auch daran liegt, dass sie meist in den Wohnungen ihrer Besitzer hausen und im Stadtbild weniger präsent sind als beispielsweise Schäferhunde. Wenn Katzen nicht gerade von A nach B gebracht werden müssen und jämmerlich aus bunten Transportboxen maunzen, sieht man sie nicht. Man tritt selten in Katzenscheiße, und auch sonst sind sie kaum ein öffentliches Ärgernis.

Dabei müssen Tausende in Wien hausen. Allein, hinter vergitterten Fenstern. Ohne Auslauf und Möglichkeiten, Mäuse zu jagen. Katzen werden auch nicht ausgesetzt. Oh, doch, gerade: hochschwanger in einem Koffer bei der U2 Stadion. Und was folgte? Die Schlagzeile.


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