Eine Arbeit mit Schneid

Stadtleben | Porträt: Stefan Kluger | aus FALTER 25/13 vom 19.06.2013

Karl Katzinger lehrt ein beinahe vergessenes Handwerk: Sensenmähen und Dengeln. Auch in Wien

Fast lautlos gleitet sie dahin. Gleichförmig denselben Bogen beschreibend, legt sie hohes Gras ringsum büschelweise nieder. Sie frisst sich beständig, Schwung für Schwung, durch unwegsames Dickicht. Der Wind frischt auf, Donner rollt, Wolken brechen -, die Schneid jedoch bleibt standhaft.

Karl Katzinger, 59, mäht auf der Wiese einer Gärtnerei am Stadtrand von Linz. Der Mann hat viel gearbeitet in seinem Leben und genauso viel von der Welt gesehen, das merkt man. Sein Körper ist kräftig-sehnig, die Hände schwielig, ein Kauz. Gerade ist Katzinger dabei, Kursteilnehmern Sensenmähen und Dengeln beizubringen. "Nicht zu viel Gras auf einmal“, ruft er und gibt Kommandos: "Dicht über dem Boden schwingen, langsam vorwärtsarbeiten.“ Seit zehn Jahren gibt Katzinger im Raum Linz und Salzburg Unterricht, demnächst auch wieder in Wien. Er ist Landwirt und Selbstversorger. Vor vielen Jahren reiste


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