Film Neu im Kino

Ein Quantum Mensch: B. Pitt im Zombie-Krieg

Lexikon | Dr. Robnik | aus FALTER 26/13 vom 26.06.2013

Der Weg in den "World War Z", den Krieg der schrumpfenden Menschheit gegen wachsende Unmengen an Zombies, führt vom chopper zum chopping: vom Armeehelikopter, der nur kurz Schutz bietet, zu antiquiertem Gerät wie einer Axt im Einsatz gegen bissige Exmenschen oder die infizierte Hand einer Heldin. Zombies breiten sich aus: im TV, in Kinderliteratur, nun im Blockbusterkino. Da steckt viel Geld, Produktionszeit und -streit drin; das Ende wurde neu gedreht ("Our war is just beginning!"), fleischliche Gewalt nur angedeutet, um das US-Rating "Ab 13 in Begleitung" zu bekommen. Allein, der Häckselschnitt frenetischer Actionszenen und das Spiel mit Anzeichen der Epidemie in Alltagssituationen gelingen Marc Forster (Regisseur der Ökopanik in "James Bond: Ein Quantum Trost") gut. Der Plot ist ein Stationenlauf: NY, Südkorea, Wales. Doch der Trumpf im Weltkrieg liegt im Erstarren bis hin zum (andeutungshaft gesagt) rettenden Suizid. Und der von Brad Pitt gespielte Protagonist zeichnet sich, wie auch diverse Akteure um ihn, mehr durch Versehrtheit als Fähigkeit aus: Das globale Uno-Figurenensemble aus Brooks' Romanvorlage ist verdichtet auf einen halben Helden. Das Bild der ostentativ vielen gehört den Zombies, die sich in Kaskaden ergießen oder auftürmen. Ein phobischer Blick auf Massen, mit einem Nachgeschmack, wie auch die Jerusalem-Sequenz: Das jüdische Volk hält zunächst stand, weil es im Schutzwallund Checkpointbau versiert und diesmal bereit ist, Hiobsbotschaften von Anfang an zu glauben. Wer vom Heroismus israelischer Soldaten im Überlebenskampf gerührt ist, wird hier ebenso bedient wie jene, die in den Mauerpanoramen ihre Sicht Israels als rassistischer Besatzer wiederfinden wollen. Keine Zielgruppe wird brüskiert. Ein Vexierbild, sprich: Blockbuster.

Ab Fr in den Kinos (OF, 3-D im Artis und Village)


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