Theater Kritik NÖ

Aus den Briefen eines angeblichen Volksverräters

Lexikon | MARTIN LHOTZKY | aus FALTER 26/13 vom 26.06.2013

Man sieht nicht, wie er wegen Wehrkraftzersetzung geköpft wird. Aber man hört das Fallbeil heruntersausen. "Jägerstätter" von Felix Mitterer, ein Auftragswerk für das Theater in der Josefstadt und den Theatersommer Haag, berichtet sehr nahe am Archivmaterial - viele Originalbriefe werden zitiert - vom Leben und Sterben des katholischen Wehrdienstverweigerers Franz Jägerstätter ( 1943). Wie der mit seinem Gewissen ringt, wie er die Folgen für seine Familie fürchtet (ohne zu ahnen, wie schlimm es für seine Witwe wirklich wurde), lässt Regisseurin Stephanie Mohr Gregor Bloéb (in der Titelrolle) und Gerti Drassl (als Franziska Jägerstätter) in diesem Passionsspiel durchleiden. Mehr Dokudrama als Schauspiel, besticht der Abend eher durch Faktentreue.

Hauptplatz Haag, Mi 20.30 (bis 9.8.)


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