Der Aufstand des Gesindels

Politik | Bericht: Wolfgang Zwander | aus FALTER 26/13 vom 26.06.2013

Erdoğan spaltet die Türkei und Österreich. Warum gehen auch in Wien tausende für oder gegen ihn auf die Straße?

Ein Polizist spricht in sein Funkgerät: "Achtung, eine Frau mit zwei Kindern hat sich auf die falsche Demonstration verirrt.“ Mehr als 500 Leute ziehen an dem Uniformierten vorbei durch die Prinz-Eugen-Straße; sie schwingen rote Fahnen, schwarze Fahnen, kurdische Fahnen, sie schreien: "Erdoğan, Terrorist!“

Die verirrte Frau mit dem Kopftuch drückt ihre beiden Kinder fest an sich. Sie sollte eigentlich ein paar Blöcke weiter stehen, in der Favoritenstraße bei den Anhängern des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdoğan. Rund zehntausend von ihnen marschieren am vergangenen Sonntagmittag vom Columbusplatz zum Westbahnhof. Sie schwingen ebenfalls rote Fahnen, die aber mit einem Halbmond und einem Stern versehen sind, also türkische Flaggen.

Die Menge, die fast die gesamte Innere Mariahilfer Straße ausfüllt, brüllt im Chor: "Allahu Akbar!“ Gott ist groß. Ein Motorradfahrer


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