Verbieten verboten!

Politik | Kommentar: Matthias Dusini | aus FALTER 26/13 vom 26.06.2013

Was haben die Proteste in der Türkei und Brasilien mit den Wutbürgern in Mitteleuropa zu tun? Anmerkungen zum Phantom der Verbotsgesellschaft

Wie sich die Bilder ähneln: Polizisten knüppeln in Rio de Janeiro Demonstranten nieder - so wie auf dem Istanbuler Taksim-Platz. Die Gesichter gehören hier wie dort keinen politisch organisierten Radikalen, wie man sie etwa von den Demos gegen die Weltbank kennt. Nicht die Entrechteten der Armenviertel steigen auf die Barrikaden, sondern junge Menschen aus der Mittelschicht, die vom Wirtschaftsboom der letzten Jahre profitierte.

Kein kollabierender Staatshaushalt wie in Griechenland löste die Unruhen aus, sondern ein diffuses Gefühl, ungerecht behandelt zu werden. Moralische Empörung, nicht der leere Magen, treibt die Menschen auf die Straße.

Im linken Brasilien sind es vordergründig die geplanten Stadionprojekte für die Fußballweltmeisterschaft, die als Symbol von Verschwendungssucht und Korruption empfunden werden. In der von konservativen


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