Kind, Knast, Besenstiel

Politik | Bericht: Florian Klenk | aus FALTER 26/13 vom 26.06.2013

Ein 14-Jähriger wird wegen einer Bagatelle verhaftet und von Mithäftlingen vergewaltigt. Eine Jugendrichterin nennt den Jugendstrafvollzug in Wien unverblümt "Folter“

Genau zehn Jahre ist es her, dass der damalige FPÖ-Justizminister Dieter Böhmdorfer den Jugendgerichtshof abschaffte. Die Richter protestierten damals. Sie hielten den in den 1920er-Jahren gegründeten Jugendgerichtshof für eine progressive Institution. Sie sollte verhindern, dass die Wucht des Strafrechts Jugendliche hart trifft. "Alles wird besser!“, vor allem die Haftbedingungen für Jugendliche, beruhigte Böhmdorfer.

Der Häftling, den wir hier Mario K. nennen, war damals vier Jahre alt. Heute ist er 14, und er saß kürzlich in Böhmdorfers Jugendabteilung in der Justizanstalt Josefstadt.

Mario K. ist kein brutaler Wiederholungstäter, sein Verbrechen bestand darin, dass er einem Mann mit vorgehaltenem Taschenmesser ein Handy wegnehmen wollte. Der Mann sagte "Das täte dir so passen“ und hielt den Burschen fest.


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