Nachgetragen  Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Franzosen in Tirol, Engländer in Kärnten, Juden auf den Tauern

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 26/13 vom 26.06.2013

Es war eine Geschichte, wie sie nur die österreichischen Nachkriegswirren schreiben konnten. Mehrere tausend Juden lebten 1947 in einem Lager für "displaced persons“ im Salzburger Saalfelden; von Österreich hatten sie zwei Jahre nach dem Ende der NS-Herrschaft genug, nicht zuletzt deshalb, weil sie nur schlechte Chancen sahen, ihre "arisierten“ Wohnungen und Häuser zurückzubekommen. Ziel ihrer Sehnsüchte war längst Italien, weil sie von dort mit dem Schiff nach Palästina, also in Sicherheit gelangen konnten.

Die Ausreise der Juden wollten aber wiederum die britischen und französischen Besatzungsmächte verhindern, weil Großbritannien eine Destabilisierung von Palästina befürchtete. Was tun? 5000 Juden flüchteten 1947 über die 3000 Meter hohen Krimmler Tauern nach Italien; viele von ihnen haben dabei das erste Mal einen Dreitausender gesehen.

Seit 2004 findet anlässlich dieser Flucht über die Berge jährlich eine Friedenswanderung über die Krimmler Tauern statt, die vom Verein Alpine Peace Crossing veranstaltet wird und allen Flüchtlingen auf der Welt gewidmet ist. Kommendes Wochenende ist es wieder so weit. Nähere Informationen gibt es unter: www.alpinepeacecrossing.org


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