Zeit am Schirm

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 26/13 vom 26.06.2013

TV-Kolumne

Amerikanische Anwaltsserien wirken auf europäische Zuseher so exotisch wie Bollywood-Filme. Was kann am Studieren von Akten und an Gerichtsterminen denn so spannend sein? Auch die TV-Serie "Suits“ (Fox) vermag dieses langweilige Genre nicht wirklich bekömmlich zu machen.

Die Anwälte einer New Yorker Kanzlei streiten sich um die lukrativsten Fälle, Praktikanten wetteifern um eine der begehrten Festanstellungen.

Was diese Serie so besonders macht, ist der zynische Grundton. In ihren maßgeschneiderten Anzügen und Limousinen ähneln die Anwälte Gordon Gekko, dem berühmten Börsengangster aus dem Spielfilm "Wall Street“. Sie geben mit ihrem Jahreseinkommen an und verraten ihre Kollegen. Sogar das Bürodesign strahlt widerwärtiges Machtgehabe aus. Die Figuren sind so ehrgeizig und skrupellos, dass man keine Sekunde daran denkt, es gehe ihnen um Gesetzestexte. Was für ein seltsames Land.


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